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Natur erleben

Was heißt Natur erleben? Meiner Meinung nach ist es wichtig, das man sich der Gegenwärtigkeit der Natur bewusst wird. Denn was uns Leben schenkt und ermöglicht sollte mehr Respekt und Anerkennung verdienen. 
Schon vor 1500 Jahren machten sich die Menschen die Natur zu nutze. Sie wussten um die Wichtigkeit der Natur. Ein Meister der Shaolin Mönche sagte:

Achte die Natur und ihre Gesetze, sie ist Dein Lehrmeister in allen Dingen. Werde eins mit ihr, nutze ihre Kraft und beobachte ihre Geschöpfe.

Zum Teil wird es heute praktiziert. Seit einigen Jahren gibt es den Beruf des Biotechnikers. Es werden gewisse Dinge aus der Natur kopiert und dann in unsere Technische Welt übertragen. Da ist es zum einen die Hausfassade, die Dachziegel und andere Dinge, die nach dem Lotusblüten – effekt funktionieren. Es bleibt kein Schmutz und kein Wasser am Material. Oder im Flugzeugbau werden am Ende des Flügels kleine senkrechte Flügel montiert. Abgeguckt vom Adler , ein Meister der Lüfte. Die Kraft der Natur nutzen: Wasserkraft !!

Aber der Mensch kann auch für sich allein soviel Kraft und Energie aus der Natur , dem Wald herausziehen, wenn er behutsam und sorgsam damit umgeht.


Warum von der Natur lernen?

Millionen von Jahren lebten wir Menschen in direktem Kontakt mit der natürlichen Welt. Unsere Sinne entwickelten sich um ihren Rhythmen und Klängen folgen zu können.

In den letzten paar Jahrhunderten haben wir uns von der Natur isoliert mit Dingen wie Häusern, Autos oder der Technik. Das Ergebnis dieser Trennung: unsere Sinne verkümmern, da wir kaum Gelegenheit haben sie zu nutzen. Ohne die Notwendigkeit auf Vögel zu achten, sehen wir sie nicht einmal wenn sie direkt an uns vorbei fliegen. Wir hören auch nicht die Rehe und Füchse wie sie durch die Büsche vor uns weg laufen. Und so werden wir langsam aber sicher taub für Intuition und Instinkte die uns leiten und mit der Welt verbinden.

Eins meiner Ziele ist es, eine tiefe Wahrnehmung der Natur zu wecken. Was passiert nun mit Menschen die ihre Wahrnehmung für die natürliche Umgebung erweitern? Sie bekommen eine Vorstellung vom natürlichen Fluss der Dinge und das hilft ihnen, mit sich selbst und ihrer Umgebung ins Gleichgewicht zu kommen. Sie hören auf ihr Herz, auf ihre innere Stimme. Sie sind auf dem Weg sich zu körperlich, geistig, emotional und spirituell orientierten Menschen zu entwickeln.

Lernen aus Leidenschaft

Wenn man das tut was man liebt, findet wirklich effektives Lernen statt. Nur auf diese Art entsteht ein echtes inneres Bedürfnis zu lernen. Ebenso wichtig für ein effektives Lernen ist es, das man Dinge selbst ausprobiert und erforscht. Denn, das Wissen liegt im Tun!

Ich halte mich mehr für einen Mentor als für einen Lehrer. Ich halte keine Vorträge über Dinge die man wissen sollte. Ich helfe jedem Einzelnen eigene Interessen zu entwickeln, die richtigen Fragen zu stellen und zu beobachten. Ich sorge für Erlebnisse und Gelegenheiten die man braucht um die eigenen Fragen zu beantworten. Man wird angeleitet bestimmten Basis Routinen zu folgen. Diese Routinen fördern die Sinnes Wahrnehmung und das Wissen über die heimische Natur. So entstehen vielleicht neue Naturalisten  die ihr Wissen ebenfalls gerne weitergeben.

Grundsätzliches zum Thema Feuer


Der Ort, an dem das Feuer brennen soll, sollte sorgfältig ausgewählt werden.Dabei ist die Eigensicherung zu beachten.Was nützt mir das wärmste Feuer,wenn ich Wind und Bodenbeschaffenheit nicht berücksichtigt habe.Damit sind schon zwei grundlegende Dinge genannt. Die feuerstelle sollte so gewählt werden, das der Wind den Rauch nicht ins Lager oder die Unterkunft drückt.Das hilft zwar lästige Plagegeister wie Mücken loszuwerden aber ich will auch nicht den ganzen Abend husten und brennende Augen haben.Der Boden sollte im Bereich der Feuerstelle frei von brennbaren Gegenständen,wie trockenes laub,,Gras etc. aber auch Kleidung und Ausrüstung sein.An dieser Stelle sei auch auf brennbarer Flüßigkeit wie Benzin, Spiritus usw. hingewiesen.

Feuer mit Streichhölzern:

Wenn ich meine Vorbereitungen zum Feuer erledigt habe,dann kann ich mich ans eigentliche Anzünden begeben. Hier soll der Bereich behandelt werden ,bei dem ich Streichhölzer oder wenn es sein muß ein Feuerzeug zur Verfügung habe.Ein Päckchen Streichhölzer sollte man immer, egal wo man ist in der Tasche haben.Draußen brauche ich eine Ausrüstung,in die ich größtmögliches Vertrauen setzten kann.Und da stehen die Streichhölzer ganz weit oben.Verpacken kann ich die Streichhölzer in einer Filmdose oder einer Plastikflasche mit Schraubverschluss.Dort sind sie geschützt vor Bruch und Feuchtigkeit. Das feuernest ist fertig - vielleicht mit etwas Zunder unterstützt,genügend Holz liegt bereit.dann kann es losgehen. Mann kann gekaufte Anzünder aus dem Grillbereich verwenden oder besinnt sich auf die Natur und sammelt Harz von alten oder Kranken Bäumen.Ist er flüßig nimmt man es mit im Taschentuch oder Blätter und wenn er trocken ist kann man ihn so abbrechen.Das Harz der Nadelbäume ist ein perfekter Anzünder.



Die Beherrschung des Feuers
Der Mensch hat das Feuer nicht erfunden, sondern als Nutzmittel gefunden. Es verhalf ihm vor vielen Jahrtausenden zu einem gewaltigen Evolutionssprung. Der Mensch lernte, mit dem Feuer umzugehen und erkannte seinen Nutzen: Es erhellte ihm das Dunkel, schützte ihn vor Kälte und Tieren, half ihm, seine Speisen genießbar und verdaulich zu bereiten, vernichtete seuchenerregende Abfälle. Mit Hilfe des Feuers konnte er in Regionen leben, in denen er sonst kaum überlebt hätte.

Befunde belegen, dass unsere Vorfahren bereits vor rund 700.000 Jahren die Kraft des Feuers nutzten. Doch die Frage, ab wann es dem Menschen gelang, Feuer selbstständig zu entfachen, wird auch unter den Forschern noch heftig diskutiert. Viele gehen davon aus, dass dies dem Neandertaler mit Hilfe von Feuersteinen vor 40.000 Jahren möglich war. 
     

Was ist Feuer und wie entsteht es?
Für ein Feuer braucht man drei Dinge: Brennstoff, Hitze und Sauerstoff. In der Hitze reagiert der Brennstoff mit dem Sauerstoff der Luft, es entsteht eine Oxidation. Das heißt, die Moleküle des Brennstoffs verbinden sich mit dem Sauerstoff und dabei wird Wärme freigesetzt. Feuer ist eine so genannte exotherme Reaktion: Es produziert mehr Wärme, als man benötigt, um die Reaktion zu beginnen.

Um ein Feuer in Gang zu setzen, braucht man eine Initialzündung oder Startwärme bei der der chemische Verbrennungsprozess des Brennstoffs startet und in einer Art Kettenreaktion fortläuft. Eine Initialzündung kann in der Natur beispielsweise ein Blitz sein, der in einen Baum einschlägt. Die Startwärme bewirkt die Flamme, durch die entstandene Wärme wird eine Kettenreaktion in Gang gesetzt: Das Feuer brennt nun aus sich selbst heraus bis eines der drei Dinge - Brennstoff, Hitze oder Sauerstoff - nicht mehr da ist. 

Natur als Kraftquelle 



 

Natur als Medizin. Ein gutes Rezept.

Oft sitze ich inmitten der Natur, im Wald oder auf einem "Berg" und lasse diese auf mich wirken. Was ich immer wieder feststelle, ist ein Gefühl das mir Kraft gibt mit vielen Dingen umzugehen die einem im Alltag wiederfahren. Es fühlt sich ursprünglich an, einfach und richtig. Die Natur verlangt nichts von mir, sie sorgt für sich selbst, wie sie es schon immer getan hat. Wenn ich Glück habe sehe ich etwas aufregendes - zum Beispiel einen Biber, der seinen Espenstamm bearbeitet oder einen Greifvogel der in der Luft seine Beute beobachtet. Oft habe ich auch eine Erkenntnis, mir wird klar was im Leben wirklich zählt.


Wir kehren zu unseren Wurzeln zurück, wenn wir in der Natur zur Ruhe kommen und können uns wohlfühlen. Forscher haben herausgefunden, dass man sich bei Spaziergängen in der freien natur schneller vom Stress erholt, als wenn man in bebauten Gebieten herumläuft. Das Ergebnis zeigt auch, das ein Urlaub in der Natur entspannender ist als ferien in der Stadt oder eine ebenso lange Arbeitspause auf dem häußlichen Sofa.


Es ist so das wir in der Natur die anstrengende Hirntätigkeit ausschalten können, die im Alltag auf Hochtouren läuft, wenn wir planen, entscheiden, unwichtige Informationen aussortieren, uns auf die Arbeit oder den Verkehr konzentrieren müssen. Diese zielgerichtete Aufmerksamkeit muß gelegentlich zur Ruhe kommen, sonst droht mentale Erschöpfung.


Die Pflegezentrale Natur ist ganztägig geöffnet und völlig Gratis. Die Natur ist nicht rezeptpflichtig, hat ständig Sprechstunde, kann nicht überdosiert werden und ist frei von nebenwirkungen ( bis auf einzelne Mückenstiche ). Sie ist jeden Tag erreichbar, im Garten, im nächstgelegenen Park oder Wäldchen. Im Anschluß ein paar Tipps:


Diagnose: Antriebslosigkeit, Motivationsmangel, daraus resultierende Bewegungsarmut.  Behandlung: Ohne verpflegung in die Berge. Die Symptone verschwinden rasch.


Diagnose: Hyperaktiv, Rastlosigkeit.  Behandlung: Im Wald auf eine Lichtung setzen und Vögel zählen.


Diagnose: Sprunghaftes Gereizt sein, Nachbar Partner und Chef nerven. Der Hals ist dick.  Behandlung: Gezieltes Pfadlaufen, immer auf den Weg achten. Konzentration  auf die eigenen Schritte. In der Pause den Vögel beim zwitschern zuhören.


Diagnose: Chronisches Grausymptom, Umgebung und Alltag erscheinen Grau.  Behandlung: Intensive Grün - Therapie. Gezieltes Augentraining mit der farbe Grün. Bäume, Zweige, Moose Sträucher betrachten.

NDS = Natur Defizit Syndrom
 
Keine Angst, Natur Defizit Syndrom ist kein medizinischer Ausdruck. Ich verwende ihn nur um einen Zustand zu beschreiben der unsere Kinder und uns selbst betriff.

Für Kinder kommt Natur in vielen Facetten daher. Ein Haustier das lebt und stirbt, ein Wildwechsel im Wald, ein unheimlicher Sumpf, eine prachtvolle Blüte, geheimnisvolle Ecken in einem verwilderten Grundstück – welche Gestalt sie auch immer hat, sie bietet Kindern eine ältere, größere Welt losgelöst von den Eltern.

Im Unterschied zum Fernseher raubt Natur keine Zeit – im Gegenteil, sie verstärkt sie. Natur fördert die Kreativität der Kinder, da sie nach Visualisierung verlangt und den vollen Einsatz aller Sinne fordert.

Gibt man Kindern die Chance, so tragen sie ihre Verwirrung aus der Welt in den Wald, waschen sie in einem Bach, und wenden sie um zu sehen was auf der anderen Seite der Verwirrung lebt. In der Natur finden Kinder Freiheit, Fantasie und Privatsphäre: einen Platz weit weg von der Erwachsenenwelt, einen eigenen Frieden.

Viele der heutigen Eltern wuchsen mit den Geschenken der Natur auf und glaubten dass folgende Generationen auch in den Genuss kämen. Was hat sich verändert?

„Ich spiele lieber drinnen, denn da sind all die Steckdosen“ sagt ein Viertklässler. Sicher, vielen Kinder biete die Natur noch Wunder. Aber für die Anderen ist in der Natur zu spielen so….. unproduktiv, out, uncool, gefährlich und dreckig. Was hat sich verändert?

Ich wuchs als Kind in einem Vorort von Bochum auf. Einer Großstadt! Und wir waren immer Draußen. Wir spielten sogar Draußen als wir älter wurden! Die „Drinnenspieler“, das waren die Seltsamen. Was hat sich verändert?

„Damals gingen auch unsere Eltern noch raus! Das ist der Unterschied“ sagte mir ein Vater nach einem Waldlauf. Sein Sohn knackte unterdessen den High Score von Space Mutants 17. Was hat sich verändert?

Ein Junge sagte mir „Computer sind wichtiger als Natur denn wo die Computer sind, da gibt es Arbeit“ und „Ich habe zu wenig Zeit um raus zu gehen“. Was hat sich verändert?

Ein zehjähriges Mädchen erzählte von ihrem Platz „Da war ein Bach im Wald. Ich habe eine Decke mitgenommen und durch die Bäume in den Himmel gesehen. Manchmal bin ich eingeschlafen. Ich fühlte mich frei, konnte machen was ich wollte und niemand hat mich gestört. Ich war jeden Tag dort“ Plötzlich hatte sie Tränen in den Augen und ihre Stimme wurde leiser. „Dann haben sie die Bäume gefällt! Das war wie wenn sie einen Teil von mir abschneiden“ Was hat sich verändert?

Eltern, Erzieher, andere Erwachsene, Institutionen – unsere Kultur selbst – erzählt unseren Kindern einerseits von den wundervollen Gaben der Natur. Andererseits sagen viele unserer Handlungen und Nachrichten – insbesondere die, die ohne Worte auskommen – genau das Gegenteil.

Es sollte sich was verändern - denn Kinder „hören“ sehr gut…

Die Kraft der Bäume




Die Baumheilkunde benötigt grundsätzlich keine Verarbeitung von Pflanzenteilen. Der Grundgedanke der Baumheilkunde ist in der Idee so alt wie die Menschheit. Leider ist er beinahe verlorengegangen, nur noch ganz wenigen Menschen ist zumindest das Vorgehen bekannt. Verlorengegangen ist die Praxis deshalb, weil diese Art des Heilens Offenheit und Zeit erfordert. Mit dem allmählichen Verlust dieser Voraussetzungen hat auch eine so fein wirksame Art des Heilens keinen Platz mehr in unserer technisierten, gefühllosen und zeitarmen Gesellschaft. Die Baumheilkunde bietet die grenzenlose Möglichkeit, wieder eine vertiefte Beziehung zur Erde, zu sich selbst und schließlich zum Menschen zu finden. Sicherlich, es ist nur eine unter vielen Möglichkeiten um dem Suchen nach sich und dem Mitmenschen Anstöße zu geben. Auch ist es nur eine der Formen der Pflanzen- und Naturheilkunde, meiner Meinung nach jedoch eine der schönsten, die uns die Pflanzenheilkunde anbietet. Die Baumheilkunde heilt mit dem lebendigen Wesen des Baumes. Sie heilt mit der Kraft, die den Baum zu dem wachsen läßt, was er ist, wachsen läßt nach der Idee der Eigenart, des Charakters und der Individualität, die er als Einzelwesen zum Ausdruck bringt, eingeordnet in einem arteigenem Gemeinschaftsprinzip.

Was heißt das für uns? Es bedeutet ganz einfach: Eine Birke ist nicht einfach eine Birke. Sie ist die Birke und unterscheidet sich durch ihre Eigenart und durch ihre Ausstrahlung von allen anderen Birken. Ob nun diese eine Birke allein oder in Gemeinschaft mit zehn oder hundert anderen Birken steht, sie ist diese eine Birke. Auch wenn sie zur gleichen Art gehört und damit in einer übergeordneten Gemeinschaftsform mit allen Birken der Welt, ja selbst mit den noch nicht gewachsenen, erst als Idee vorhandenen Birken und auch mit all den vor ihr gelebten Birken verbunden ist, so ist sie dennoch ein Individuum. Diese Individualität ordnet sich mit einer selbstverständlichen Natürlichkeit in die gesamte Gemeinschaft ein. Diese Gemeinschaft ist das Fundament des Wachstums, des Lebens und jeder weiteren Entwicklung. In der äußeren Betrachtung einer bestimmten Art von Pflanze, sei es nun ein Baum, Strauch oder eine Krautpflanze, gleichen sich alle einander. Sie lassen sich voneinander niocht unterscheiden. Die gemeinsame Idee der Pflanze steht im Vordergrund. Erst bei nährerer Betrachtung zeigt das Einzelwesen seine individuelle Gestalt. Eine junge Birke, um bei diesem Beispiel zu bleiben, zeigt sich uns in ihrem Charakter, in ihrer Eigenart und in ihrer Ausstrahlung anders als ein alte, ausgewachsene Birke. Ebenso eine gesunde Birke und eine kranke Birke. Eine Birke, die auf gutem Boden wächst, sieht anders aus als eine Birke, die auf einem Boden wächst, der zwar ihr Wachsen ermöglicht, jedoch nicht ganz den Bedingungen entspricht, die die Birke sich wünscht.

Und nun beginnt ein Baum, ein Strauch oder eine Pflanze ganz langsam ihre Geschichte zu erzählen. Die Sprache setzt sich zusammen aus vielen verschiedenen Bildern, Gesichtern und Gestalten. Die Natur, die Erde und damit alles, was in ihr verborgen ist, öffnen sich uns. Zunächst zeigen sich uns die äußeren Formen und Gegebenheiten. Allmählich lernen wir, ihre Art von Sprache, die Bildsprache wieder zu verstehen. Wir entdecken dabei, daß uns die Bildsprache im Grunde überhaupt nicht fremd ist, im Gegenteil, sie zeigt sich uns als unsere Ursprache. Wir nehmen wahr, wie sich alles miteinander in einem gegenseitigen Austausch befindet. Jetzt halten wir Zwiesprache mit der Natur, mit uns und darüber hinaus mit der Idee des Schöpfungsgedankens.

Diese Zwiesprache wird zur heilenden Kraft. Kein Blättersammeln, Wurzelgraben, Blütenernten und Rindenschälen ist mehr notwendig. Die Quelle der heilenden Kraft finden wir durch die vermittelnde Zwiesprache zwischen dem Baum und uns in uns selber. Wir werden selber zum Heilmittel. Wir sind Heilmittel für uns und für den Baum, so wie der Baum Heilmittel für sich und für uns ist. Es ist ein Geschenk, das uns angeboten wird. Es wartet darauf, bis wir gelernt haben, es als Geschenk anzunehmen, ohne es dabei als unseren Besitz zu erachten. Das ist Baumheilkunde. 


Beobachten


Der "kultivierte" Mensch, der "zivilisierte" Mensch unterscheidet sich vom "wilden" Menschen und von den Tieren vor allem durch die Gabe, völlig ignorant zu sein. Der Wildnis ausgesetzt, würden die "Kultis" direkt neben einem Teich verdursten, direkt neben einem Dickicht erfrieren, direkt neben tausenden essbarer Sachen verhungern.

Das liegt vor allem daran, daß die Menschen zu technisch denken. Technik löst alle Probleme. Auch viele Waldläufer, Survivor und Outdoor'ler denken in diesem Schema. Eine Mütze hält die Hitze der Sonne ab - aber wo bekomme ich eine Mütze her?! Da liegt der Denkfehler. Warum nicht einfach in den Schatten gehen?

Ich bin überraschenderweise gezwungen, draußen zu übernachten. "Oh, wo bekomme ich Flechtmaterial her, wie baue ich mir eine Hütte, mit welcher Technik fälle ich einen Baum"...anstatt einfach in den nächsten Busch zu kriechen und sich auf die Seite zu hauen. Für eine Nacht ein Blockhaus bauen zu wollen, ist wirklich typisch "Konsumi".

Wir als zivilisierte Menschen sind einfach an Technik gewöhnt. Unser Alltag ist dermaßen von Technik bestimmt, daß wir völlig den Sinn für das einfache Leben verloren haben. Wenn wir täglich mit Töpfen auf Herdplatten kochen, gelingt es uns einfach nicht, ohne Töpfe auszukommen. Wir versuchen Ersatz zu schaffen für die Dinge, die wir sonst im Alltag benötigen.

Die Probleme, auf die man in den Wäldern trifft, lassen sich aber nicht immer durch bekannte Techniken lösen.

Und dort kommt die Beobachtung ins Spiel. Die Beobachtung ist immens wichtig, um Dinge zu verstehen. Um Probleme zu erkennen und zu definieren. Die "Ich weiß schon, was ich brauche...ich weiß schon wie ich vorgehe"-Haltung wäre im echtem Leben draußen tödlich.

Im Wald, in der Wildnis hat Mensch vor allen Dingen eins: Zeit. Und die sollte man sich nehmen, um zu beobachten. Beobachte deine Umgebung, untersuche die kleinsten Dinge um Dich herum. Die ganzen Tiere und Pflanzen um Dich herum leben auch. Überleben auf unterschiedlichste Weise und von jeder Art zu Überleben können wir was lernen.

Die ruhige Beobachtung läßt uns außerdem klar werden, daß wir nicht mehr Supermarktverhältnisse haben, sondern daß wir draußen sind. Im echten Leben. Und dort sieht alles etwas anders aus, als wir gewohnt sind.

Die Beobachtung ist aber nicht alles. Es gehört auch eine gehörige Portion Geduld dazu, den knurrenden Magen, die Kratzer auf der Haut, die Kälte oder Wärme auszuhalten; die Insekten die einen stechen, das Warten auf eine günstige Gelegenheit bei der Jagd, den Regen - alles das will ausgehalten werden. Erfordert Lebenswillen. Zehrt an einem. Auf der anderen Seite der Sonnenschein, der einem die Füße kitzelt, der frische Wind nach einem heißen Sommertag, der Gaumenschmaus nach geglücktem Fang.

Das Leben draußen ist sehr viel intensiver.

Es ist wichtig, daß wir Menschen nicht aufhören zu beobachten, die Verbindung zurück nicht abreissen lassen. Vertraut nicht so sehr auf Technik, denkt nicht in Bahnen, sondern beobachtet und lasst die Ideen zu euch kommen.  


Spurenlesen wie einst


Spuren lesen ist nicht schwer, zumindest erlernbar. Das einzige, was der Mensch zum Spurenlesen benötigt ist Vorstellungskraft.

Du musst Dir vorstellen können, wie das Tier aussieht: hat es Krallen, Hufe oder Schalen, hat es Fell, ist es dick oder schmal ??? Kannst du dir vorstellen, wie es aussieht, dann musst dir vorstellen, wie es sich verhält, und vor allem: wie es läuft. Läuft es vorzugweise springend wie ein Iltis, schleichend wie ein Fuchs, laut wie ein Igel, schlängelnd wie eine Eidechse?

Dann fange an zu üben: geh hinaus und suche nach Spuren.
Pfade, auf denen die Tiere langziehen und Wasserstellen eignen sich hervorragend zum Üben. Wenn du eine Spur entdeckst, dann sehe nicht den einzelnen Abdruck, sondern betrachte die ganze SPUR, die LINIE, auf dem sich das Tier fortbewegt. Alle Abdrücke aufgereiht ergeben eine Schnur. Die Schnur zeigt in eine Richtung. In diese Richtung musst du den nächsten Abdruck suchen. Das nächste Zeichen. Suche nach Kot, Urin, Freß- und Liegestellen.

Das Wichtigste ist die Richtung, die die Schnur einschlägt. Der musst du folgen. Stelle dir vor, wie sich das Tier in diese Richtung bewegt. Verlierst du die Spur, dann markiere den letzten Abdruck und gehe in größer werdenden Kreisen um die Stelle herum. Irgendwann findest du einen neuen Abdruck. Der alte und der neue Abdruck lassen sich verbinden. Das ergibt wieder eine Linie. Eine neue Richtung. Folge dieser Richtung. Bewege dich wie das Tier, dem du nachspürst. Bedenke, dass viele Tiere im Gallopp die Hinterbeine vor die Vorderbeine schwingen.

Die Taktik des sogenannten Einkreisens bewährt sich zum Aufspüren von Wild. Hierbei wird ein Gebiet mit natürlichen Grenzen - zum Beispiel ein kleines Waldstück eingekreist. Es wird gezählt, wie oft zum Beispiel ein Fuchs in den Wald hinein- und wie oft er hinausgegangen ist. Sind mehr Spuren vorhanden, die reinführen als heraus, so ist der Fuchs immer noch in dem Gebiet! Gegen den Wind kann der Waldläufer sich nun anschleichen, oder an einer Paßstelle warten, bis der Fuchs vorüber läuft. Diese Taktik wird vor allem bei der Jagd verwendet.

Dann spielt der Untergrund eine Rolle: im lehmigen Boden fängt sich der Abdruck einer Spur am besten. Schnee und Sand sind weitere gute Spürgründe. Am besten spürt es sich am frühen Morgen, da die Spur durch das schräg geworfene Sonnenlicht sich viel besser kontrastiert. Licht bei Mittag von oben läßt die Konturen verschwimmen.

In vielen Spurenlesebüchern sind fast perfekte Abdrücke abgebildet. Draußen aber wird der Waldläufer kaum solch perfekte Spuren finden - eher Teile von Spuren. Klauenabdrücke. Aber gerade dieses Puzzlen ist der Hauptreiz beim Spüren. Das Zusammensetzen einer Linie.

Folge der Linie !!!